Dezember 30, 2018

ABENTEUER NORWEGEN – Tag 2: Aurland, Flåm, Flåmbahn, Fjordtour, Stegastein, Lærdalstunnel, Stabkirche Borgund, Nesset Fjordcamping Olden

Heute erzähle ich Euch vom 2. Tag unserer Reise nach Norwegen. Nach unserer Nacht direkt am Fuße des Wasserfalls standen wir bei strömenden Regen auf und es brauchte ganz schön viel Überredungskraft meinen Mann zu überzeugen, den Kaffeepott aus der Hand zu stellen und sich trotz des schlechten Wetters auf den Weg zu machen - aber glaubt mir, es sollte sich lohnen! Unser erster Stopp an diesem Tag sollte in Flåm sein...


Der kleine Ort gehört zur Gemeinde Aurland und hat nur rund 450 Einwohner. Der Name Flåm bedeutet so viel wie „kleine Ebene zwischen steilen Bergen“.
Und genau so könnt ihr euch das auch vorstellen, ein bisschen wie ein Ort auf einer Modelleisenbahn. Umgeben von sehr hohen Bergen und saftig grünen Almen mit jeder Menge Kühen.
Besonders berühmt ist der kleine Ort für die Flåmbahn. Sie ist gerade bei den Touristen so beliebt, dass es fast nicht möglich ist, vor Ort Tickets für eine Fahrt zu erwerben.
Ich kann euch also wirklich empfehlen, die Fahrt ein paar Tage im Voraus ganz bequem übers Internet zu buchen. Die kleine nostalgisch gehaltene Bahn gehört zu den steilsten Eisenbahnstrecken der Welt mit einer 55‰-Steigung (1 Meter Steigung pro 18 Meter Strecke) auf rund 80% der Strecke. Sie fährt vom 866 Meter hoch gelegenen Myrdal hinunter durch das Flåmsdalen nach Flåm, immer vorbei an einer wirklich atemberaubenden Kulisse.
Im Ort Flåm selbst gibt es neben einem Hafen viele kleine Geschäfte die zum Bummeln einladen und Kaffees mit leckeren norwegischen Spezialitäten und frisch gebrühtem Kaffee. Hier lohnt es sich also, eine kleine Verschnaufpause ein zu legen.

Da die Gegend für ihre vielen Fjorde bekannt ist, haben wir es uns nicht nehmen lassen, eine Fjordtour mit zu machen.
An Bord des kleinen Schiffes gibt es eine Audiotour, sprich in 5 Sprachen werden die einzelnen Sehenswürdigkeiten und auch die Geschichte der Fjorde, Gletscher und Berge erklärt.


Ganz toll für alle, die sich für die Natur und ihre Geschichte interessieren. 
Anschließend machten wir uns auf den Weg Richtung Stegastein. Zwischendurch mussten wir aber unbedingt noch eine kleine verspätete Mittagspause einlegen. Wir besorgten ein paar leckere Sachen im Supermarkt (es gibt fast überall eine sogenannte „warme Theke“, wo man verschiedene warme Speisen für unterwegs kaufen kann) und haben einfach zwischendurch auf der „Bjorgavegen“ Straße angehalten.
Der Ausblick ist so atemberaubend, man kann sich kaum loseisen und schon bald leisteten uns Motorradfahrer und andere Reisende Gesellschaft. 

Danach ging es aber weiter zum „Stegastein“ gemacht. Also der Weg dahin ist schon ein kleines Abenteuer, wie ihr auf dem Foto sehen könnt, ist die Straße nicht allzu breit und man muss gute Nerven haben. hinaus.
Die ganze Konstruktion erscheint so, als wäre sie aus Holz, in ihrem Inneren befindet sich allerdings eine stabile Stahlkonstruktion. Für die schwindelfreien Besucher gibt es am Ende der Plattform eine nach außen geneigte Glasscheibe, so hat man tatsächlich den Eindruck frei über dem Aurlandsfjord zu stehen.
Aber es lohnt sich wirklich, der Ausblick ist einfach spektakulär. Was mich am meisten fasziniert hat, ist nicht nur die unglaubliche Höhe auf der man steht, sondern auch dass die Wolken über einem vorbei ziehen, es sieht einfach aus wie in einer Wolkenfabrik.
Man kann direkt daneben auf einem Parkplatz anhalten. Die Aussichtsrampe ist 4 Meter breit, 30 Meter lang und ragt etwa 640 m über das Meer.
Anschließend ging es für uns weiter durch den „Lærdalstunnel“. Er ist mit 24,51 km der längste Straßentunnel der Welt. Die Baukunst der Norweger ist legendär.
Sämtliche Berge sind wie bei den Maulwürfen „durchgebuddelt“ mit riesigen Tunnelsystemen die sogar Kreisverkehre innerhalb des Bergtunnels beinhalten. Dazu gibt es meist bunte Farbspiele, die einem die Durchfahrt optisch verschönern. Schon kurze Zeit später kamen wir an einem der ältesten Holzgebäudes Europas an – der Stabkirche von Borgund. Sie befindet sich an der Europastr. 16 zwischen Fagernes und Sogndal.
Früher war sie der Sammelpunkt für die Bauern aus der ganzen Umgebung. In Norwegen gibt es bis heute noch über 1000 Stabkirchen, jedoch nur 28 in originell mittelalterlichem Zustand, die von Borgund zählt als eine der Besterhaltendsten. Daneben gibt es ein Besucherzentrum, bei dem man sich über die Kirche informieren kann.
Die Stabkirche stammt aus dem Ende des 12. Jahr. und bildet den Übergang vom heidnischen zum christlichen Glauben. Bereits Ende des 10. Jahrhunderts wurde die Christianisierung in Norwegen mit Gewalt vorangetrieben und viele der Herrscher unterwarfen sich auch dem neuen Glauben. Die Bauern jedoch blieben standhaft und leisteten erbitterten Widerstand. Erst nach einer über 200 Jahre anhaltenden Übergangsphase erkannten auch die Bevölkerung den neuen Glauben an und gliederte sich langsam ein. Aus dieser Übergangszeit stammt auch die Kirche. Sie ist dunkel und mystisch und beinhaltet viele heidnische Bildnisse und magische Symbole aus der Geisterwelt wie z.B. Drachenköpfe.
Man kann die Kirche auch von innen gegen ein kleines Eintrittsgeld bestaunen. Der leichte Regen verstärkte noch den Eindruck, dass man sich an einer Harry Potterkulisse befindet. Die Kirche ist zudem Teil einer geschichtlichen Route, die man mit etwas Zeit im Gepäck sich ruhig einmal anschauen sollte.
Auf alle Fälle solltet ihr euch dieses tolle geschichtliche Denkmal nicht entgehen lassen, denn so einen Bau sieht man sonst nirgendwo. 
Anschließend ging es für uns zu unserer Übernachtungsmöglichkeit und die liegt bis heute ganz weit vorn auf meiner persönlichen Lieblingsliste.
Es kleines rotes Holzhäuschen direkt am Fjordufer gebaut mit eigener Lagerfeuerstelle und Bootssteg.

Hinter uns plätscherte ein kleiner Bach und vor uns lag dieses glatte tiefe Wasser.

In unserem Nachbarhäuschen wohnte ein Hamburger Ehepaar, welches jedes Jahr für mehrere Monate hierher kommt. Der nette Opa erzählte uns, dass er fast jeden Tag riesige Wale sieht, die hier ungestört auf Fischfang gehen, ein magischer Ort voller Ruhe für alle Naturliebhaber.
Wenn ihr keine Rundreise in Norwegen sondern einen Entspannungsurlaub vor Ort plant, kann ich euch dieses camp wirklich wärmstens empfehlen – hier kann man es wunderbar ein paar Tage aushalten und hat zudem vor Ort die Möglichkeit auf längere Tageswanderungen zu gehen.

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr, liebe Grüße, Eure Kessy
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