Februar 24, 2017

Vatnajökull - Europas größter Gletscher als Dach Islands

Kaum an einem anderen Ort der Welt hat man die Möglichkeit, so hautnah einem Gletscher zu begegnen, ja ihn auch wirklich zu erleben wie hier im Vatnajökull-Nationalpark auf Island.

Diese gigantischen Berge haben eine wahrlich magische Wirkung. Ihre Schönheit liegt vor allem in den abwechslungsreichen …. Ihre Opulenz ist schier ungreifbar und lässt einen als Mensch plötzlich ganz klein wirken.
Der „Vatnajökull“, zu deutsch „Wassergletscher“ misst an der dicksten Stelle ca. 1 km Eis und hat eine Fläche von ca. 8100 Quadratkilometern, was ca. 8 % der Inseloberfläche bedeutet.
Aufgrund seiner Form zählt er zu den sogenannten Plateaugletschern. Er ist an einigen Stellen bis zu 2000 m hoch und so sieht man ihn auf einer Rundreise im Südosten der Insel schon von weitem.
Seine schneebedeckte Kuppel ragt aus dem saftigen Grün der Insel heraus und man möchte den Schnee am liebsten sofort anfassen. Mit entsprechenden Fahrzeugen kann man ihn auch auf eigene Faust auf einigen Straßen befahren, doch ich empfehle lieber eine geplante Tour mit einem ortskundigen Veranstalter.
Gerade zu Fuß birgt er einige Gefahren wie unerkannte Gletscherspalten. Die Touren lassen sich ganz bequem vor Ort planen, ein kurzer Anruf genügt und man kann sofort teil nehmen. Entsprechende Angebote findet man im Internet oder auf Aushängen in den Hotels und Unterkünften.
Ob zu Fuß beim Wandern, im Winter mit Schlittenhunden oder wie wir im Sommer mit riesigen Trucks, es gibt wirklich für jeden tolle Angebote die auch die ganze Familie begeistern.
Unser Weg führte uns gemächlich die "Landstraße 1" entlang nach „Höfn“ , einem kleinen Ort im Südosten der Insel, was nichts anderes bedeutet als „Hafen“. Ganz dem Wortlaut entsprechend findet sich hier auch der einzige Hafen Südost Islands und jede Menge Schafe, die man schmunzelnd die Straße passieren lassen sollte :)
Ein ganz gemütliches zu Hause fanden wir wiederum im „GERDI GUESTHOUSE“ (website: https://gerdi.is/home) mit ganz lieben Gastgebern und kuscheligen Holzbungalows. Die Häuschen liegen direkt am Berghang und auf der anderen Seite am Wasser, Islandpferde grasen direkt vor der Tür und man kann die vielen einheimischen Vögel beobachten.
Nach einer super Nacht und frisch gestärkt wollten meine beiden Männer am Morgen etwas erleben und fanden den flyer von "Glacier Jeeps", die geführte snowmobil Touren anbieten. Nach einem kurzen Anruf ging es auch schon zum abgesprochenen Treffpunkt los, wir ließen unser Auto stehen und fuhren in den Jeeps die steile Gletscherstraße hoch.


Riesige Schluchten taten sich vor uns auf und als wir die Schneegrenze erreichten, bot sich ein fantastischer Anblick:
Glitzernde Kristalle, reflektierendes Licht und eine Stille wie an keinem anderen Ort den ich kenne. Wahrlich magisch! Ich habe mich erst einmal hin gesetzt und diese Bild auf mich wirken lassen.
In der Hütte wurden wir mit Schutzkleidung ausgestattet und nach einer kurzen Einweisung saßen wir auch schon auf den snow mobilen.

Unser Sohnemann nahm dick eingekuschelt hinterm Papa Patz und los ging´s...

Die Tour dauerte ca. 2,5 Stunden und wir machten zwischendurch immer wieder Halt.

Dabei wurden uns wirklich viele Informationen über die Gletscher gegeben, anschaulich erklärt in fließendem Englisch aber es war auch genügend Zeit für eine vergnügliche Schneeballschlacht mit den Kindern.

Nach der Rückkehr zur Hütte hatten wir noch die Möglichkeit in der Hütte in Ruhe zu essen und draußen ein ganz spezielles Bier zu verkosten. Es wird mit Blüten versetzt, welche nur auf den einheimischen Gletscher gedeihen.
Der Geschmack ist fein und die Farbe leicht rötlich. Dabei kann man noch einmal den fantastischen Ausblick genießen.
Doch wie alle anderen Gletscher kämpft auch der Vatnajökull gegen die Folgen der globalen Erwärmung. Unser Guide erzählte uns, dass von Jahr zu Jahr die Grenze des Eises sichtbar zurück geht und er sich noch an seine Kindheitstage erinnern kann, als der Gletscher viele Meter weiter reichte. Vor Ort von einem Einheimischen hautnah erzählt, bekommt man einen wirklich einprägsamen Eindruck, wie schnell das Eis in Wirklichkeit schmilzt und wie wichtig Klimaschutz tatsächlich ist! Ich hoffe das viele Menschen die Möglichkeit haben, sich einmal vor Ort einen Eindruck zu verschaffen. Und iwr kommen auch dieses Jahr wieder, denn wir haben uns in diese einmalige Landschaft verliebt...
Von Höfn aus bietet sich die Weiterreise zum „Askja“, einem spektakulären Vulkan bzw. dem dazugehörigen „Viti“ einem äußerst sehenswerten Kratersee, der auch gleichzeitig der tiefste See Islands ist, an. Passend zum Thema haben wir uns aber zum „Jökulsárlón“, einem 200 m tiefen Gletschersee gemacht, in den der große Gletscher Tag und Nacht „kalbt“, sprich riesige Gletscherstücke krachend ins Wasser stürzen bzw. rutschen, aber dazu im nächsten Post mehr…. liebe Grüße, Eure Kessy





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