Januar 09, 2019

Tromsø - Rentiere am Nordpol und ein Besuch bei den Sami - dem Volk der Sonne und des Windes (Find the post in English below)

(Werbung da Firmennennung und Verlinkung, unbeauftragt)  Ihr Lieben, wie ihr HIER nach lesen könnt, haben wir das Jahr im hohen Norden in Tromso begonnen. Darauf hatten wir uns schon so lange gefreut und wie immer standen bei uns vor allem viele Ausflüge in die Natur auf dem Programm.

Ein ganz besonderes Highlight hatten wir schon im Voraus geplant – wir wollten Rentiere sehen :) Auch zu Hause gehen wir sehr oft in einen Wildpark, wo man verschiedene Hirsche und Rehe sehen und füttern kann ( klick HIER) und genießen das auch immer wirklich sehr.
Daher hatten wir uns auf den Ausflug in die norwegischen Wälder sehr gefreut. In Nordnorwegen gibt es auch noch viele freilebende Rentiere, doch um sie aus nächster Nähe zu erleben und sie auch wirklich „kennen zu lernen“, alles Wissenswerte über sie zu erfahren, hat man die Möglichkeit, die Sami zu besuchen. Wir haben eine Tour bei   "Tromso Arctic Rendeer"  gebucht.

Das Rentier ist in den nordischen Ländern ganz eng mit der Kultur der Sami verwoben. Die Sami auch „Samen“ oder veraltet (und vereinzelt als herabwürdigend empfunden) „Lappen“ genannt, sind ein indigenes Volk im nördlichen Skandinavien.
Ihr Gebiet ist dabei nicht nur auf Norwegen beschränkt, sondern erstreckt sich über ganz Skandinavien, also auch Finnland und Schweden bis zu den Küsten der Barentsee in Russland.
Die Rentiere sind naturell ein nur halbdomestiziertes Tier. Das bedeutet, dass die Tiere nicht fest an einem Ort leben, sondern wie ihre wilden Vorfahren den natürlichen jahreszeitlichen Wanderrouten zwischen Waldland und Gebirge folgen.
Und so leben die Sami in der heutigen Zeit vorwiegend als Halbnomaden, treiben aber wie seit Jahrhunderten im Rhythmus der Jahreszeiten die Herden über große Entfernungen und weite Gebiete. Dabei profitieren sie über das wertvolle überlieferte Wissen ihrer Vorfahren und leben so im absoluten Einklang mit der Natur. 
Wir fuhren von Tromsö aus ca. 30 Minuten in Richtung Tønsvik in die Gegend von Krokelvdalen und hielten direkt vor einer Siedlung. Davor stand eine Samifamilie in ihrer traditionellen Kleidung. Die Mutter begrüßte uns so offen und freundlich und ging gleich mit uns zu ihrem „Lavuu“ (auch ursprünglich „Goahti“ oder Kote genannt) – dem Zelt.
Für den Besuch einer Kote gelten bestimmte Regeln. So sollte man sie erst nach Aufforderung betreten und sich einen Platz zuweisen lassen.
Da die Sami in Großfamilien leben, sind Regeln notwendig, um das Zusammenleben auf engsten Raum zu ermöglichen. Jedes Familienmitglied und auch jeder Gegenstand hat dabei einen festen Platz.
Das Wichtigste ist immer die Feuerstelle in der Mitte, die wärmt, Licht spendet und über der natürlich gekocht wird. Uns wurde nicht nur leckerer Tee und Kaffee serviert, sondern später auch noch ein Fleischtopf (Bidos), ähnlich einem Gulasch aus Rentierfleisch mit Kartoffelstücken. Die Wärme im Zelt war sehr angenehm, nur mussten wir uns zuerst an die Dunkelheit im Inneren gewöhnen, die nur durch das Licht des Feuers gebrochen wurde. Sie war wirklich so warmherzig und strahlte eine absolute Ruhe aus.
Beim Knistern des Feuers erzählte sie uns die Geschichte ihres Volkes, weihte uns in einige verschiedenen Traditionen ein. Die Rentiere sind für sie wie ein Teil ihrer Familie. Die seltenen weißen Rentiere haben dabei eine besondere Rolle, sie gelten als heilig und werden auch auf keinen Fall geschlachtet. Die Sami versuchen sie z.B. vor Raubtieren, wie Greifvögel und auch dem Vielfraß zu schützen, die besonders gern die Neugeborenen angreifen. In einigen Jahren werden ansonsten bis zu 60 % der Jungtiere verletzt oder gefressen. Als Fleischproduzenten dienen ausschließlich die männlichen Tiere. Das Geweih erneuert sich auch jährlich, fällt ab und wächst dann neu. Das frisch gewachsene Geweih ist mit einer feinen Samtschicht überzogen. Die Sami produzieren aus dem abgeworfenen Geweih nicht nur Musikinstrumente sondern vor allem Alltagsgegenstände wie z.B. kunstvoll geschnitzte Messer. Auch ihre Kleidung stellen sie selbst her. Darauf finden sich bunte Streifen, die von Stamm bzw. Familie zu Familie variieren und Ausschluss darüber geben, woher die Familie stammt und womit sie sich beschäftigt (also z.B. Fischerei oder Rentieren). Die Farben der Bänder stehen dabei für die Natur der Gegend in der sie leben, also z.B. Blau für den Himmel, Gelb für die Sonne, Rot für das Feuer und Grün für die Erde. In einigen Familien (vor allem bei den Fischern) gilt das Blau für das Wasser. Die Sprache der Sami gehört im Übrigen mit den Sprachen wie Finnisch, Estnisch und Ungarisch zur uralischen Sprachfamilie und ist mit dem Norwegischen gar nicht verwandt. Aber auch wenn wir zu Hause auch ungarisch sprechen, so hörten sich zwar einige der Wörter bekannt in unseren Ohren an, aber wir haben uns lieber auf englisch verständigt :)
Für uns ging es dann erst einmal zum Füttern. Mit Trockenfutter im Eimer stiefelten wir zu den Tieren.
Ein Teil kam gleich neugierig heran und hatte auch richtig Hunger.
Andere Tiere, die etwas schüchterner waren, blieben weiter fort.

Ein so wundervolles Erlebnis die weichen Nasen und das so unfassbar dicke kuschelige Fell zu streicheln. Einige schließen sogar die Augen, wenn man ihnen über den Nasenrücken fährt. 
Die Sami sind die Meister der Ski, sie verwendeten sie schon vor 4500 Jahren! Auf ihnen folgen sie bis heute ihren Herden. Doch auch die Schlitten, die "Rajd", dienen zum Transport.
Wir hatten vor Ort die Möglichkeit, eine ganz tolle Schlittenfahrt zu machen. Ganz gemütlich  ging es durch den Schnee während einige der andere Tiere fröhlich über die Hügel spurteten oder im Schnee nach Gras gruben.
Anschließend gingen wir zurück in das Zelt und bekamen heiße Schokolade und Kekse und wurden mit wundervollem Gesang begleitet. Die Lieder sind im traditionellen „Joik“ Stil gesungen, also ohne instrumentale Begleitung. Der Joik ist eine der ältesten Gesangstraditionen Europas, jedoch äußerst lebendig. Der Ausdrucksgesang widerspiegelt Stimmungen und Empfindungen und jede Tonlage hat dabei eine andere Bedeutung. Die Lieder werden auch von Familie zu Familie überliefert und haben heutzutage auch ihren Weg in die moderne norwegische Popmusik gefunden. Ich bin wirklich sehr froh, ihn einmal in dieser Umgebung gehört zu haben und das wir die mystische Stimmung erleben durften.
Reindeer at the North Pole and experience the Sami Culture 


Hi there, as you can read HERE, we started the year in the far north in Tromso, Norway. We had been looking forward to it for such a long time and as always, many excursions to nature were on our bucket list. We had planned a very special highlight in advance - we wanted to see reindeer :) Also back at home, we go very often in a nature park, where you can see and feed different deer (click HERE) and enjoy the close encounter. Therefore, we had been looking forward to the trip to the Norwegian forests very much. In northern Norway, there are many free-living reindeer, but to get close to them and really get to know about them, you have to visit the best reindeer experts, the Samis.
The reindeer rearing in the Nordic countries is very closely interwoven with the Sami culture. The Samis are an indigenous people in northern Scandinavia. Its territory is not limited to Norway, but extends across Scandinavia, including Finland and Sweden, to the shores of the Barents Sea in Russia.
The reindeer are naturally a semi-domesticated animal. This means that the animals do not live firmly in one place, but like their wild ancestors follow the natural seasonal walking routes between woodland and mountains. The Samis living nowadays mainly as semi-nomads, but drive the herds over long distances and large areas in the rhythm of the seasons. They benefit from the valuable traditional knowledge of their ancestors and live in absolute harmony with nature.
We drove from Tromsø about 30-40 minutes in the direction of Tønsvik to Krokelvdalen and stopped right in front of a settlement. Right at the entrance, a very friendly Sami family welcomed us dressed in their traditional, colorful dress. The mother greeted us so openly and kindly and escorted the visitors to her "Lavuu" (originally called "Goahti" or in german "Kote") - the tent. To visit a Lavuu certain rules apply. So you should enter them only after an invitation and should sit on the assigned place. Since the Samis live in large families, rules are necessary to enable coexistence in the small space like a Lavuu. Each family member and every stuff has a permanent, assigned place. The most important thing is always the fireplace in the middle, which warms the tent, gives light and iused for cooking. We were served not only delicious tea and coffee, but later also a meat stew (Bidos), similar to a Hungarian goulash but instead of using beef they made it, of course, of reindeer meat with potato and carrot. The warmth in the tent was very pleasant, but first we had to get used to the darkness inside, broken only by the light of the fire. The Sami lady was so warmhearted, friendly and absolute calm. At the crackling of the fire, she told us the history of Sami people, introduced us to a few different traditions. The reindeer are like part of their family, living in a close connection. The rare white reindeer (semi-albino) have a special role, they are considered sacred and are not slaughtered under any circumstances. The Sami try them to protect against predators, such as birds of prey and also the wolverine, who especially like to attack the newborns. In some years, up to 60% of the juveniles will otherwise be injured or eaten.
The meat producers are exclusively male animals. For the male reindeer, the antlers are renewed annually, falls off and then grows new. The freshly grown antlers are covered with a fine velvet layer. The Sami produce from the discarded antlers not only musical instruments but especially everyday objects such as ornately carved knives. They also make their own clothes. They are wearing colorful stripes on their clothes that vary from tribe or family to family and shows where the family comes from and what they are doing for a living (such as fishing or reindeer farming). The colors of the ribbons represent the nature of the area in which they live, e.g. Blue for the sky, yellow for the sun, red for the fire and green for the earth. In some families (especially among the fishermen) the blue is for the water. The language of the Sami is incidentally with languages such as Finnish, Estonian and Hungarian to the Uralic language family and is not at all related to the Norwegian. We also speak Hungarian so some of the words sounded familiar to our ears.
The next program was the animal feeding. With dried food in the bucket, we went to the animals. A group of reindeer was curious and they were really hungry. Other animals, who were a bit shy, stayed in a distance. Such a wonderful experience to stroke the soft nose and the incredibly thick cuddly fur. Some even close their eyes when you fondle their soft fur.
The Samis are the masters of the ski, they have been using for 4500 years now! They follow their herds on ski sometimes even today, but nowadays they prefer to use snowmobile as their territory huge. The sleds are also used for transport. On site, we had the opportunity to make an exceptional experience, a reindeer sledding. The comfortable sled slowly glides on the snow in this beautiful landscape while some of the other reindeer happily sprinted over the hills or dug into the snow for grass.
After the ride, we went back into the tent to warm up with a hot chocolate and biscuits and were accompanied with Sami lady who performed a wonderful singing. The songs are sung in traditional "joik" style, so without instrumental accompaniment. The Joik is one of the oldest singing traditions in Europe, but extremely lively. The expressive song reflects moods and sensations and each pitch has a different meaning. The songs are also come down from family to family. I am really glad to have a chance to learn a bit about the Sami culture and experienced the mystical atmosphere in a Lavuu.
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